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Michael Schmidt’s Unity in contrast doesn’t bear the slightest mark of humor. His still-lifes made the access to his book a bit easier for me. I am looking at his images, sense the historical meaning of some of the personalities found back in the archives, believe to recognize the construction drawing of a incinerator furnace, or the layout of a concentration camp. I see masses marching and I see men in uniforms, I see propaganda icons and ugly apartment decorations that turn into eye candy through Schmidt’s photography. My enjoyment of the aestheticisation of the ugly gets some nourishment here.
“Unity”: a gloomy book with moments of dread referring to German history.
Ich betrachte die Bilder, ahne die zeitgeschichtliche Bedeutung einiger der aus den Zeitungsarchiven gefischten historischen Persönlichkeiten, meine die Konstruktionszeichnungen eines Verbrennungsofens zu erkennen, oder den Aufriss eines Konzentrationslagers, sehe Massenaufmärsche und Soldaten, Propagandaikonen, und hässliche Wohnungsdekorationen, die durch Schmidts Aufnahmen zur Augenweide werden. Meine Freude an der Ästhetisierung des Hässlichen bekommt hier Material.
Ein düsteres Buch mit Momenten des Grauens die sich auf die gesamtdeutsche Geschichte beziehen.
Michael Schmidt/ German Images.
Die Einteilung von Fotografen in Nationalitäten interessiert mich nicht.
Eigentlich ist das wieder nur eine Schublade mehr, zur sicheren Aufbewahrung.
Schubladen sind Ordnungssysteme. Sobald etwas einsortiert ist, wird es im eigentlichen Sinne unsichtbar.
Wenn ich nun die Schublade „Deutsche Fotografie“ aufmache, finde ich da statt Ordnung Unordnung. Sewcz, Blossfeld, Ruff, Gursky, Schmidt, Mader, Paris, Struth, Demand, Struth, Becher, Koopmann, Hanzlova, Tübke, Hassos, Sander, Florschuetz, Wüst, Schulze, Borchert, Fuchs,Richter, Fengel, Sasse, Prinz, Feininger, Bellmer, Reinartz, Klemm, Morath, Nothelfer, Baumann, Weinand, Bertram, Schlicht, Teller, Lempert, Tillmanns, Zille, Riebesehl,….
Blödsinniges Ordnungssystem. Wenigstens sind David Hamilton und Sebastian Salgado nicht dabei.
Die Schublade „deutsche Fotografie“ bedeutet erst etwas, wenn man die Gemeinsamkeiten des hier verstauten Gutes definiert.

Michael Schmidt/ Portraits; 1970-1974.
Michael Schmidt/ Portraits; 1970-1974.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Genauso wenig wie die Einordnung in Nationalitäten hat mich bisher die fotografische Auseinandersetzung mit dem Thema Deutschland oder Heimat interessiert. Mehrere Bücher von Michael Schmidt stehen bei mir im Regal. Obwohl mir irgendwann aufgefallen ist, dass er sich mit de Thema Deutschland beschäftigt (zunächst eigentlich mit Berlin), wie kaum ein Anderer, das Kaufkriterium war die Qualität seiner Bilder.
Immer waren es Bilder die mich interessierten, und nicht die Realität auf die sie sich bezogen.
Nur für die deutschen Stadtlandschaften, vollgestellt mit architektonischen Scheußlichkeiten, da hätte ich gerne einmal die Sprache gefunden. Dass ist der Punkt, an dem Peter Piller mit seinen Fundstücken in diesen Blog gekommen ist. Er hat, mit der ihm eigenen Methodik, umgesetzt was ich nicht konnte und kann.
Michael Schmidt/ Berlin-Stadtbilder; 1976-1980.
Michael Schmidt/ Berlin-Stadtbilder; 1976-1980.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Michael Schmidt/ Berlin-Wedding; 1976-1978.
Deutschland im Spiegelbild der Fotografie.
Michael Schmidt findet immer wieder eine neue Sprache, für das was er sagen möchte. Gemeinsam sind seinen Bilder ihre silbrig graue Farbigkeit, gemeinsam auch das Thema Deutschland. Aber auch hier gibt es Ausnahmen: sein Projekt über Frauen, ein formal strenger, lüsterner Blick auf das fremde Geschlecht, und Waffenruhe, weniger grau als düster, eine Arbeit über das geteilte Berlin, über die Mauer, über Kälte und Aggression, über das Lebensgefühl dieser geteilten Großstadt in den Jahren vor 1987.
Michael Schmidt/ Frauen; 2000.
Michael Schmidt/ Frauen; 2000.
Michael Schmidt/ Frauen; 2000.
Interessant wäre es hier, mit dem notwendigen Material(sprich Büchern) und vielleicht einem größeren Wissen als dem Meinen, die Wechselwirkung zwischen John Gossages Fotografie („Berlin in The Time of the Wall“; „Putting Back The Wall“ und dem Michael Schmidts „Waffenruhe“ zu untersuchen.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Michael Schmidt/ Waffenruhe; 1985-87.
Obwohl in allen Arbeiten Michael Schmidts das Subjekt des Künstlers, also seine Sprache, wichtig ist, wird seine Subjektivität in der in der “Waffenruhe” erst offenkundig.
War doch Schmidt zunächst vor allem bestrebt, die Realität so nüchtern und realitätsgetreu abzubilden. Die Wirklichkeit, so wie sie ist. Wie schwer es ist eine Sprache für diesen vorgeblichen Realismus zu finden, brauche ich niemandem zu sagen, der vergleichbare Arbeiten kennt oder sich selbst schon mit diesem Ansatz versucht hat.
Man könnte Michael Schmidts Wechsel vom Realismus in den ostentativen Subjektivismus in „Waffenruhe“, vergleichen mir dem Abschied der Malerei vom Realismus.
Schmidt hat immer wieder seine Sprache neu erfunden. Eine Sprache, präzise und eigen schön. Sein Art sich zu formulieren ist nicht Teil der globalisierten Sprache der künstlerischen Fotografie , deren visuellen Strömungen von den unterschiedlichsten Fotografen weltweit aufgegriffen werden, und dabei die Individualität ihrer Kunst verlieren.
Michael Schmidt/ Portraits; 1983.
Nicht unerwähnt möchte ich Schmidts Portraits lassen. Sie sind nicht psychologisierend, nicht romantisch, sie sind nüchtern und beiläufig. Man bekommt hier nicht den Eindruck, tief in die Seele und das Sein der von ihm fotografierten Menschen zu blicken. Das ist auch nicht nötig. Täuscht doch die Fotografie, diese Kunst der Oberfläche, Tiefe immer nur vor. Was ich in Schmidts Portraits wieder erkenne, ist eine bestimmte Zeit, und das Lebensgefühl, das zu dieser Zeit gehört. Das ist viel.
Michael Schmidt/ Portraits; 1989-94.
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