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I will show my recent project in Cologne
at the Galerie Sabine Schmidt.

The opening is at 6 p.m
on the 18th of April.

Sabine Schmidt Galerie

An der Schanz 1a
50735 Köln
Tel.: +49 221 49 203 73

E-mail: galerie(at)sabineschmidt.com

Not yet translated:

Mit/Menschen.

Vor etwa sieben Jahren habe ich damit begonnen, in einer Siedlung mit einkommensschwachen Bewohnern als Quartierbetreuer zu arbeiten.
Ich traf mit Menschen zusammen, die an Wahnvorstellungen litten und mit Menschen, die nicht das Geld hatten, regelmäßig die öffentliche Nahverkehrsmittel zu benutzen. Ich traf Menschen, die zu viel tranken. Ich traf Menschen, die nicht lesen konnten. Ich traf Menschen, die an ihren vermüllten Wohnungen zugrunde gingen. Und ich traf Menschen die einfach nur alt und krank waren. Aber alle waren sie einsam.

Nach vier Jahren wechselte der Vorstand. Das Logo der Wohnungsbaugesellschaft wurde geändert und mein Arbeitsplatz für überflüssig erklärt. Meine Besuche in der Siedlung setzte ich fort, und begann zu fotografieren. Später dann auch in einem Altersheim, in meiner arbeitsfreien Zeit.

Vor drei Jahren wurde der Beruf des Demenzbetreuers bundesweit eingeführt. Im Laufe der Jahre hatte man den Beruf des Pflegers immer weiter rationalisiert. Jetzt pflegt er nur noch, er kümmert sich nicht mehr.

Notdürftig umgeschult zur billigen Hilfskraft, betreue ich jetzt Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Ich pflege sie nicht, ich kümmere mich.

Ich kenne diese Menschen, oder ich habe sie gekannt, mal mehr, mal weniger, immer aber intimer, als dies in der Normalität des Zwischenmenschlichen üblich ist.

Und aus dieser Nähe heraus fällt es mir schwer zu akzeptieren, daß keines meiner Bilder der Wirklichkeit genügt so wie ich sie erlebt habe und erlebe, sondern daß diese sich ihre eigene Wirklichkeit schaffen, die nur nur mittelbar verknüpft ist mit dem was war und was ist.

Und stets muß die Fotografie auf das verweisen was nicht zu sehen ist. Und sie darf nicht alles zeigen, was zu fotografieren ist. Denn sonst würde hinter dem Offensichtlichen das Eigentliche verloren gehen.

Die Alkoholikerin, deren Wohnung ab und an kotverschmiert war, auch sie war einmal ein Mädchen, zauberhaft und voller Hoffnungen, und damals schien alles möglich. Das ist schon lange vorbei. Trotzdem bleibt da dieses verletzliche Wesen, das leben will und leben muß, noch immer voller Sehnsucht, und es gibt Augenblicke in denen all dies zu Tage kommt, und auch ein Lächeln.

Auch der an Demenz erkrankte Mensch ist mehr als seine Demenz. Ganz bis zuletzt bleibt er, einzigartig und unverwechselbar, der Mensch, der einmal jung war, und voller Kraft, der gelebt hat und überlebt hat, bis zuletzt, da er alt geworden ist. Er bleibt ein Ich.

Zu oft ist der fotografierte Mensch nur ein armer Mensch, oder ein kranker Mensch. Zu oft liegt die Betonung auf auf seinem Anderssein, und wir wollen daß er anders bleibt, denn sonst müßten wir erkennen, daß er ist wie wir.

Doch dem Alter können wir nur entkommen wenn wir früh genug sterben.

Wenn das Ende absehbar sein wird, werden wir uns fragen, wo all die Jahre geblieben sind.

Nur in den Erinnerungsbildern bleibt ein Widerschein von dem was einmal war.

In vielen Zimmer hängt ein Hochzeitsfoto,
beide noch jung, und die Braut in weiß.

Jetzt können wir noch an der Wirklichkeit vorbeisehen.

Wir können aber auch darüber nachdenken, ob neben all dem, was unabänderlich ist,
wir nicht ändern müssen, was zu ändern ist.


My blog in some kind of disorder right now,
I am sorry for that, but I´ll fix this as soon I´ll come around.

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April 9